Die 1. Mannschaft

Hessenliga 2011/2012

hinten v.l.: Moritz Brückmann, Michael Sofinski, Ahmet Marankoz, Dominik Völk, Daniel Erben, Malte Simon, Kevin Buycks

 

Mitte v.l.: Trainer Daniyel Bulut, Sven Ehser, Kian Golafra, Dennis Schlecht, Christopher Schadeberg, Michael Bodnar, Kais Gouri, Co-Trainer Peter Starostzik, Sportlicher Leiter Stefan Munzert

 

vorne v.l.: Jahan Golidj (Physiotherapeut), Erdinc Solak, Julian Buss, Sven Schmitt, Daniel Nigbur, Deivid Mötz, Julian Simon, Zeugwart Klaus-Dieter Becker

Pressemappe Teaminfos FSV Fernwald Hessenliga
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Meldungen

19.08.2011 | Gießener Anzeiger | jg

Im zweiten Anlauf trifft Marankoz wie am Fließband
Fernwalds Stürmer hat Stammplatz mit Leidenschaft erobert - Im ersten Jahr gelang wenig

Von Jens Schmidt GIESSEN. Sechs Minuten waren noch zu spielen, als der eingewechselte Abdelilah Bentaayate von der rechten Seite halbhoch in den Strafraum flanken wollte. Der Torhüter von Rot-Weiß Frankfurt aus seinem Tor heraus eilte, um die Flanke abzufangen. Fernwalds Ahmet Marankoz, den Trainer Niko Semlitsch in der 73. Minute auf das Feld gebracht hatte, jedoch seine Fußspitze dazwischen hielt. Dadurch fälschte er den Ball so geschickt ab, dass er, unhaltbar für den Torwart der Gastgeber, sanft ins rechte Toreck segelte. Es war sein erstes und einziges Saisontor für den FSV Fernwald, das der heute 21-jährige Deutsch-Türke erzielt hatte - Ende März 2009.

Dynamisch, leidenschaftlich, antrittsschnell: So hat Fernwalds Stürmer Ahmet Marankoz (r.) seinen Vorgänger Daniel Beck ausgestochen. Foto: Schepp Dynamisch, leidenschaftlich, antrittsschnell: So hat Fernwalds Stürmer Ahmet Marankoz (r.) seinen Vorgänger Daniel Beck ausgestochen. Foto: Schepp

„Als ich ihn das erste Mal beobachtet hatte, hat er mir gleich ganz ordentlich gefallen. Er wollte schnell Richtung Tor, hatte einfach diesen Instinkt, den man entweder hat oder nicht. Ich holte ihn von Schröck nach Fernwald, wo er in einem Freundschaftsspiel gegen den FSV Frankfurt auch gleich sehr gut angefangen hatte und alle schon überzeugt waren, dass sich dieser Transfer gelohnt hat“, erinnert sich Niko Semlitsch, damals noch Trainer des FSV Fernwald, an die Anfänge der Hessenliga-Saison 2008/2009.

Doch die ersten Hessenliga-Gehversuche von Ahmet Marankoz standen insgesamt unter keinem guten Stern. Nach dem ersten Saisonspiel fiel er wegen einer angebrochenen Hand für die nächsten neun Partien komplett aus, war zwischenzeitlich von Problemen mit seinen Zähnen geplagt, musste sich später noch einer Nasenoperation unterziehen und lief den Rest der Runde mit einer Gesichtsmaske auf. In der Spielzeit 2008/2009 kam Marankoz auf genau einen einzigen Einsatz über 90 Minuten. „Er kam gar nicht mehr in Tritt. Das Problem war damals auch, dass ich mit Daniel Beck auf seiner Position einfach einen Spieler hatte, der in meinen Augen besser war. Ich hatte es mit Marankoz auf der rechten Außenbahn versucht, aber das war einfach nicht seine Position. Ich wusste, dass er es drauf hat, er ein typischer Mann für Tore ist. Aber ich hatte Zweifel, was seine Schnelligkeit betrifft“, erläutert Semlitsch, weshalb der talentierte Deutsch-Türke in seiner Hessenliga-Premierenzeit einfach nicht zum Zuge kam. „Wir wollten ihn gerne behalten, aber er war unzufrieden, wollte spielen. Und wir konnten uns auch finanziell nicht einigen. So ist er dann wieder zurück zum FSV Schröck.“

Doch man sieht sich immer zweimal im Leben. Trainer Daniyel Bulut holte ihn letztes Jahr nach seinem Amtsantritt zurück nach Fernwald. Diesmal gelang Marankoz der Hessenliga-Durchbruch: 16 Tore in 33 Spielen, oft von Beginn an auf dem Feld, zudem die mittlerweile nach Wetzlar abgewanderte Stürmer-Ikone Daniel Beck ins zweite Glied verwiesen - eine stolze Bilanz. „Er hat sich gut entwickelt, gibt immer Gas. Ich habe ihm gesagt, dass es nichts geschenkt gibt, man dafür arbeiten muss. Leistung soll belohnt werden. Er geht auf dem Feld unheimliche Wege, manchmal zu komplizierte Wege, da muss er noch cleverer werden. Aber er arbeitet sehr gut“, erläutert Bulut den maßgeblichen Unterschied zum ersten Fernwald-Engagements des Mittelstürmers, der in knapp einem Monat seinen 22. Geburtstag feiern wird. Sein Schnitt in dieser Saison kann sich sehen lassen: Fünf Tore in drei Spielen, die Hälfte aller FSV-Treffer gingen bislang auf das Konto von Ahmet Marankoz. Von fehlender Schnelligkeit ist mittlerweile nichts mehr zu sehen - im Gegenteil: Im Heimspiel gegen Eintracht Wetzlar überlief er seine Gegenspieler mit seinem schnellen Antritt gleich mehrmals.

Nur wenig erinnert heute noch an den Rechtsfüßler, der am 5. September 2008 sein Hessenliga-Debüt gegeben hatte. „Damals war Beck der Bessere. Er ist drangeblieben und hat an sich gearbeitet, bis er dann schließlich besser als Daniel Beck war“, kommentiert Semlitsch. „Er hatte damals riesige Konkurrenz, war praktisch nur dritter Stürmer. Aber mit seiner Einstellung hat er sich gegen Beck durchsetzen können“, meint Bulut, der die Grundlage für den momentanen Erfolg des Mittelstürmers vor allem im menschlichen Bereich sieht. „Er ist ein ordentlicher Typ, man kann sehr direkt mit ihm reden, ob positiv oder negativ. Er spielt mit viel Leidenschaft und kommt deswegen bei der Mannschaft gut an. Er geht bis an die Grenzen, die anderen wissen, dass sie sich auf ihn verlassen können. Auf diesem Weg bekommt er auch die Unterstützung durch seine Mitspieler. Wenn diese Unterstützung fehlt, kann man nicht erfolgreich sein.“ Ohne Zweifel: Vieles hat sich verändert seit besagtem März 2009.