Samstag | 17.09.2011 | 15:00 Uhr

Viktoria Aschaffenburg - FSV 1:2

19.09.2011 | Gießener Anzeiger | jg

Trainer Bulut wechselt den Sieg ein

Julian Simon kommt in der 71. Minute für Durur und trifft in der 84. Minute zum 2:1 - Hochklassiges Spitzenspiel

 

 ASCHAFFENBURG/GIESSEN (beg). Daniyel Bulut, Trainer des FSV Fernwald, hat auch im Spitzenspiel der Hessenliga bei Viktoria Aschaffenburg wieder ein goldenes Händchen beim einwechseln bewiesen. Bulut nahm in der 71. Minute Neuzugang Hüseyin Durur vom Feld und brachte Julian Simon, der 13 Minuten später per Freistoß zum 2:1-Sieg traf.

 

 In der hitzigen Schlussphase mit zwei Plattzverweisen für die Mainfranken behielt der FSV die Ruhe und schaukelte den Sieg nach Hause. Durch den Auswärtsdreier stockte Fernwald sein Konto auf 20 Punkte auf und schob sich auf den zweiten Tabellenplatz der Hessenliga vor.

 

 „Es war ein gutes Spiel auf hochklassigem Niveau, auch wenn in der ersten Hälfte die ganz klaren Chancen auf beiden Seiten gefehlt haben“, sagte Stefan Munzert, der sportliche Leiter des FSV. Den Gästen gelang es, die offensivstarke Viktoria in Schach zu halten. Und mehr noch. Fernwald hatte im ersten Durchgang mehr vom Spiel, zwingende Möglichkeiten blieben aber auch Mangelware. Einzig Ahmet Marankoz brachte das Gehäuse der Aschaffenburger einmal ernsthaft in Gefahr. Sein Schuss aus gut 18 Metern blieb aber ohne Erfolg (16.).

 

Der stellte sich aber direkt nach der Pause ein. Der agile FSV-Spielführer Sven Ehser setzte zum Solo an, ließ mehrere Gegenspieler stehen und schob den Ball aus gut zwölf Meter durch die Beine des Aschaffenburger Keepers Ricardo Döbert zum verdienter 1:0-Führung ins Netz.

 

 Aschaffenburg machte nun nach vorne ordentlich Betrieb, aber die Bulut-Elf versteckte sich nicht und spielte munter mit. „Es ging hin und her“, beschrieb Munzert die Phase nach dem 1:0. Die Gastgeber gingen mitunter sehr aggressiv zu Werke, was vorerst aber noch keine Folgen hatte. In der 69. Minute kamen die Hausherren zum 1:1-Ausgleich. Horst Russ hatte aus der Distanz abgezogen, der Fernwälder Abwehrspieler Christopher Schadeberg fälschte den Schuss unglücklich ab, so dass das Leder zum Ausgleich in den Maschen des Fernwälder Kastens landete.

 

 Kurz darauf reagierte Trainer Bulut und nahm Neuzugang Hüseyin Durur, der diesmal keine entscheidenden Akzente setzen konnte, vom Feld. Für ihn kam Julian Simon, der viel Schwung in das Spiel seiner Mannschaft brachte.

 

 Die Schlussminuten brachten dann noch einmal Spannung. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit wurde Ehser 18m vor dem gegnerischen Kasten gefoult. Julian Simon schnappte sich die Kugel und setzte den Freistoß an der Mauer vorbei ins linke, obere Eck zum 2:1. Nach dem erneuten Führungstreffer für die Gäste wurde das Spiel zusehends nickliger. Erst erhielt der bereits verwarnte Russ nach einer Schwalbe die gelb-rote Karte (86.), ehe Schmidt einen Gegenspieler umriss und glatt rot sah. Fernwald ließ sich von der hitzigen Stimmung nicht anstecken und brachte den verdienten Auswärtssieg über die Zeit. „Jetzt haben wir 20 Punkte und werden erst einmal in Ruhe weitersehen“, verfiel Munzert angesichts des zweiten Tabellenrangs aber nicht in Euphorie.

 

 Viktoria Aschaffenburg: Döbert; Bachmann, Wosiek, Fiordellisi, Fries (42. Noe), Horr, Schmidt, Blocher, Russ, Saufhaus (87. Trippel), Bienenk (55. Cheron).

 

 FSV Fernwald: Schmitt; Bodnar, Schadeberg, Golafra, Buß (82. Schlecht), Marankoz (90. Brückmann), Ehser, Solak, Durur (71. J. Simon), Erben, Gouri.

 

 Tore: 0:1 (47.) Ehser, 1:1 (69.) Russ, 1:2 (84.) J. Simon. - Schiedsrichter: Höpp (Ranstadt). - Gelb-rot: Russ (Aschaffenburg/86.) - Rot: Schmidt (Aschaffenburg/88.). - Zuschauer: 550.

19.09.2011 | Gießener Anzeiger | jg

Mittelhessisches Hochgefühl

 

 GIESSEN (rd). Neun Punkte am neunten Spieltag für Mittelhessen. Ein selten bis gar nicht erlebtes Hochgefühl. Eintracht Wetzlar siegt auswärts, Fernwald siegt auswärts - und Waldgirmes gewinnt auf eigenem Platz, und vor allem: das erste Mal überhaupt. Was für eine Erleichterung in der Lahnaue und was für ein Glück vor dem am kommenden Samstag anstehenden Derby in Steinbach, das durch den ersten SC-Erfolg zusätzliche Brisanz erhält, denn Waldgirmes wird ja jetzt wohl eine Serie starten, oder?

 

 Von einer Serie muss man derweil auch bei der Elf von Daniyel Bulut sprechen, einer nie für möglich gehaltenen Erfolgsserie. Denn wenn eine Mannschaft, die im Vorfeld nur früh nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollte, zudem zu den jüngsten Teams der Liga gehört, darüber hinaus derzeit auf einen Top-Akteur wie Dominik Völk verzichten muss, in Aschaffenburg das Spitzenspiel gewinnt, ist das weder Zufall noch Momentaufnahme. Der FSV Fernwald ist - ob das den Verantwortlichen gefällt oder nicht - derweil ein Top-Team der Hessenliga, das sich wohl oder übel mit der Favoritenrolle anfreunden muss, auch wenn ihm jene als bissiger Außenseiter besser gefällt. 20 Punkte nach neun Spieltagen, Platz zwei hinter Eschborn, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

 

 Dass Eschbon unterdessen beim absoluten Aufstiegsfavoriten Baunatal gewann, wird den Nordhessen nicht schmecken. Weniger tragisch dürfte Lohfelden die Niederlage im dritten Topspiel des Tages gegen Offenbach II nehmen, denn der FSC steht als Aufsteiger auch so immer noch prima da.

 

 Nicht prima da steht die Heimbilanz der Hessenliga, in neun Spielen gab es sieben Auswärtserfolge. Zum Glück für Mittelhessen bestätigten Wetzlar und Fernwald die Spieltagsregel, während Waldgirmes diesmal die die Regel bestätigende Ausnahme war.