Samstag | 22.10.2011 | 15:00 Uhr

FSV 1926 - Viktoria Urberach 2:2

23.10.2011 | oh

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24.10.2011 | Gießener Anzeiger | jg

Facettenreiches Spiel mit fadem Ausgang für Fernwald

FSV überzeugt nach nervösem Start, vergibt jedoch leichtfertig mehrere Konterchancen

 

Von Jens Schmidt FERNWALD. Junge Menschen sind flexibel - mit diesen vier Worten lassen sich die verschiedenen Facetten, welche die junge Hessenliga-Truppe des FSV Fernwald in ihrem Heimspiel gegen die vergleichsweise alte, erfahrene Mannschaft von Viktoria Urberach an den Tag legte, treffend beschreiben. Einem durch den bis dato torlosen Oktober geschuldeten nervösen, fast hampeligen Start folgte nach dem Seitenwechsel ein phasenweise sehr souveräner Heimauftritt, der schließlich in einer Art jugendlichem Leichtsinns gipfelte, was sich wiederum in der Endabrechnung rächte - einem 2:2-Unentschieden durch ein gegnerisches Freistoßtor in der 90. Minute.

 Ob dieses Ergebnis am Ende leistungsgerecht war, ist eine Frage der Perspektive. Angesichts der Tatsache, dass der FSV Fernwald nach einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung gleich mehrere aussichtsreiche Konterchancen, die das Spiel hätten entscheiden können, liegen ließ, war es sicherlich nur für Viktoria Urberach ein Punktgewinn.

Für Viktoria Urberachs Andreas Gross (l.) ist dies die letzte Aktion des Spiels: Nach diesem Foul an Fernwalds Sven Ehser erhält er die Rote Karte, der FSV bekommt einen Strafstoß zugesprochen und nut Für Viktoria Urberachs Andreas Gross (l.) ist dies die letzte Aktion des Spiels: Nach diesem Foul an Fernwalds Sven Ehser erhält er die Rote Karte, der FSV bekommt einen Strafstoß zugesprochen und nutzt diesen zum ersten Torerfolg in diesem Monat.

Geht man davon aus, dass der Gäste-Freistoß an der Strafraumgrenze, auf den Schiedsrichter Klein aus Offenbach in der Schlussminute entschieden hatte, ein höchst zweifelhafter war, dann ist Fernwald auf äußerst unglückliche Art und Weise um seine drei Punkte gebracht worden. Erinnert man sich dann jedoch daran, dass die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit gleich mehrere sehr gute Einschussmöglichkeiten hatten und nach dem Seitenwechsel ein zunächst verschossener FSV-Foulelfmeter wiederholt wurde, bevor das erste Tor des Spiels fiel, dann ist Fernwald mit dem Remis gut bedient.

 

Denn die Gastgeber hätten bereits mit 0:1 hinten liegen können, bevor die erste Minute des Aufeinandertreffens überhaupt verstrichen war. Ausgerechnet dem Ex-Fernwälder Domenico Di Rosa war nach 30 Sekunden ein Durchbruch in den FSV-Strafraum gelungen, lediglich der herausgeeilte Keeper Sven Schmitt verhinderte mit seiner Parade an der linken Ecke des Fünf-Meter-Raums einen Albtraumstart des Heimteams. Auch bei Di Rosas Schuss von der linken Strafraumseite (12.), der knapp rechts oben über das FSV-Gehäuse zischte oder seinem Drehschuss in der 15. Minute, den Schmitt parierte, hätte Fernwald Gegentore kassieren können. Die Gastgeber hatten neben eher harmlosen Chancen durch Julian Buß (11.), Sven Ehser (17./37.) und Ahmet Marankoz (41.) durch Dominik Völk kurz vor dem Pausenpfiff ihre beste Gelegenheit, als dieser bei einem Solo gleich drei Gegenspieler verschliss und aus kurzer Distanz am Gästekeeper scheiterte.

Urberachs Domenico Di Rosa (l.) setzt viele offensive Akzente für die Gäste, kommt hier aber nicht an Julian Buß und den Ball heran. Fotos: Heli Urberachs Domenico Di Rosa (l.) setzt viele offensive Akzente für die Gäste, kommt hier aber nicht an Julian Buß und den Ball heran. Fotos: Heli

Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel endete der torlose Oktober für Fernwald: Sven Ehser war im gegnerischen Strafraum von Andreas Gross nur noch durch ein Foul zu stoppen, wofür der Urberacher folgerichtig die Rote Karte erhielt, der Unparteiische einen Strafstoß verhängte. Diesen schoss Ahmet Marankoz dem Viktoria-Keeper direkt in die Arme, der Schiedsrichter ließ den Elfer jedoch wiederholen, weil gleich mehrere Gästespieler in den Strafraum gelaufen waren, bevor Marankoz überhaupt geschossen hatte. Der FSV-Stürmer machte es bei seinem zweiten Versuch besser, setzte den Ball zum 1:0 rechts unten ins Eck. Nur zehn Minuten später verwandelte Kian Marius Golafra einen Eckball ebenso überraschend wie direkt zum 2:0, praktisch im direkten Gegenzug gelang den Gästen nach einer Ecke über drei Stationen durch den eingewechselten Thorsten Dillmann das 1:2. Ein Kopfballtor zum 2:2 von Dong Won Seo hatte der Referee in der 72. Minute wegen Abseitsstellung nicht anerkannt, der gleiche Spieler nutzte jedoch in der Schlussminute seine Chance und hob seinen Freistoß über die FSV-Mauer zum Ausgleich ins rechte obere Toreck.

 

FSV Fernwald: Schmitt; Bodnar, Gouri, Schlecht, Schadeberg, Golafra, Völk (60. Buycks), Buß (81. Simon), Marankoz, Ehser, Solak (90. Sofinski)

 

Viktoria Urberach: Kacarevic; Wolf, Gadanac (72. Prasler), Betz (55. Gavric), Pavlovic (60. Dillmann), Gross, Rhein, Seo, Selmanaj, Di Rosa, Barnes

 

Tore: 1:0 (55./FE) Marankoz, 2:0 (65.) Golafra, 2:1 (68.) Dillmann, 2:2 (90.) Seo - Zuschauer: 130 - Schiedsrichter: Klein (Offenbach) - Rote Karte: Gross (54.)

24.10.2011 | Gießener Allgemeine | jg

Fernwald nach 2:0-Führung nur 2:2


(se) Der FSV Fernwald blieb auch im vierten Spiel ohne Erfolgserlebnis. Am Samstag trennten sich die Steinbacher von Viktoria Urberach mit 2:2 (0:0), obwohl sie bereits mit 2:0 vorn gelegen hatten und die letzten 35 Minuten nach der Roten Karten gegen den Urberacher Andreas Groß in Überzahl bestreiten konnten.

 

Unter dem Strich ist das Unentschieden gerecht, denn mit den Rödermarkern stellte sich am Samstag ein quicklebendige, spielstarke und lauffreudige Mannschaft in Steinbach vor, die vor allem im ersten Durchgang die Hausherren mehrfach in ernste Verlegenheit brachte und in der Schlussphase noch einmal mächtig Druck machte. Für ihre couragierte Spielweise wurden die Fußballer aus Rödermark mit einem Punkt belohnt.

Und der FSV? Die Fernwälder stehen in der Tabelle der Fußball-Hessenliga zwar immer noch auf dem vierten Platz, liegen aber neun Punkte hinter Tabellenführer 1. FC Eschborn, der am kommenden Samstag Gastgeber der Steinbacher sein wird. »Das Unentschieden geht in Ordnung«, musste nach dem Spiel gegen Urberach FSV-Trainer Daniyel Bulut einräumen. Wir hatten Glück, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand. Nach dem Elfmeter für uns hatte der Schiedsrichter wohl ein schlechtes Gewissen gehabt, denn bei gefühlten zehn Freistößen hat er für Urberach entschieden, obwohl er auch eine andere Entscheidung hätte treffen können. Normalerweise müssen die Punkte daheim bleiben.«

Dominik Völk, Kapitän des FSV Fernwald, gehörte erstmals nach seiner schweren Erkrankung wieder zur Anfangsformation. Hier hat er sich gegen Nils Wolf (Viktoria Urberach/l.) durchgesetzt. Am Ende hieß Dominik Völk, Kapitän des FSV Fernwald, gehörte erstmals nach seiner schweren Erkrankung wieder zur Anfangsformation. Hier hat er sich gegen Nils Wolf (Viktoria Urberach/l.) durchgesetzt. Am Ende hieß es zwischen den beiden Teams 2:2 (0:0). (ras)

Die ersten Spielhälfte gehörte dem Gast, der bereits nach 55 Sekunden das 1:0 hätte erzielen können, als Domenico di Rosa nach Zusammenspiel mit Stanko Pavlovic allein vor Sven Schmitt aufkreuzte, den Ball aber nicht am glänzend reagierenden FSV-Keeper vorbeibrachte. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, allerdings mit Vorteilen für die Fußballer aus Rödermark, die nach einer Viertelstunde Pech hatten, dass der aufmerksame Kian Golafra nach einer Viertelstunde einen Kopfball von Marko Betz von der Linie köpfte. Aber auch der FSV erspielte sich Möglichkeiten. Nachdem Julian Buß nach einem Konter den Ball aus 15 Metern in die Arme von Gästeschlussmann Lazar Kacarevic geschossen hatte (12.), wurde er eine Minute später vom Urberacher Andreas Groß im letzten Augenblick gestoppt. Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs hatte die Viktoria noch die eine oder andere Chance, doch Sven Schmitt und Co. ließen keinen Treffer zu. In der 45. Minute wurde Dominik Völk freigespielt, doch der FSV-Kapitän scheiterte am Viktoria-Torhüter. Nach Wiederbeginn wurde der FSV stärker und hatte mehrere gute Möglichkeiten. In der 55. Minute spielte Ahmet Marankoz Sven Ehser an, der wurde von Alexander Groß gestoppt. Regelwidrig, meinte Schiedsrichter Andre Klein aus Offenbach und zeigte auf den Elfmeterpunkt sowie dem Urberacher wegen einer »Notbremse« die Rote Karte. Zwei harte Entscheidungen. Anschließend zog sich Andre Klein weiteren Unmut der Urberacher zu, als er den Strafstoß von Marankoz, den der Viktoria-Torhüter pariert hatte, wiederholen ließ. Im zweiten Versuch traf Marankoz zum 1:0. Und nach dem 2:0, einem sehenswerten Treffer von Kian Golafra in der 65. Minute, schien der FSV Fernwald seinem achten Saisonerfolg entgegenzusteuern.

Doch prompt kam die kalte Dusche, denn schon in der 66. Minute erzielte Gästespieler Mark Dillmann den 1:2-Anschluss und leitete damit eine Phase ein, in der die Gäste viel Druck machten, aber auch anfällig für Konter waren. So hatten die Fernwälder Erdinc Solak und Marankoz die Gästeabwehr ausgehebelt, doch Letztgenannter scheiterte mit seinem Linksschuss am Kacarevic. »Wir spielen im Angriff zu kompliziert«, stellte Marankoz hinterher fest. »Wir müssen den einfachen Pass spielen. Und wenn wir vorne die Dinger nicht reinmachen, dann kann man unsicher werden.« In der Tat, in den letzten zehn Minuten war der FSV darauf bedacht, den Vorsprung zu halten, eigene Angriffsbemühungen blieben die Ausnahme. So kam Urberach in der 90. Minute durch Dong Won Seo zum Ausgleich. Der ehemalige südkoreanische Nationalspieler zirkelte einen 18-Meter-Freistoß zum 2:2-Endstand in den rechten oberen Torwinkel.

»Wenn man mit zehn Mann einen 0:2-Rückstand aufholt, bin ich zufrieden«, befand hinterher Viktoria-Trainer Thomas Epp. Von Zufriedenheit war bei seinem Kollegen aufseiten der Fernwälder logischerweise nichts zu spüren: »Wir hätten das Spiel gewinnen müssen«, sinnierte Daniyel Bulut.

FSV Fernwald: Schmitt – Schlecht, Schadeberg, Bodnar, Gouri – Golafra, Buß (ab 81. Julian Simon) – Ehser, Völk (ab 63. Buycks), Solak (ab 91. Sofinski)– Marankoz.

Viktoria Urberach: Kacarevic - Gadanac (ab 77. Prasler), Rhein, Wolf, Groß – Betz (ab 57. Gavric), Selmanaj, Seo – Barnes, Di Rosa, Pavlovic (ab 63. Mark Dillmann).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Klein (Offenbach). – Zuschauer: 150. – Torfolge: 1:0 (56.) Marankoz (Foulelfmeter), 2:0 (65.) Golafra, 2:1 (66.) Mark Dillmann, 2:2 (90.) Seo. – Gelbe Karten: Bodnar (31.), Buycks (87.) – Groß (21.), Betz (57.). – Rote Karte: Groß (Urberach/55.).