Samstag | 01.10.2011 | 15:00 Uhr
Eintracht Stadtallendorf - FSV 1:1

02.10.2011 | oh
Derbypunkt mit dem Schlusspfiff
Der Ex-Fernwalder "Rasi" Manuel Rasijewski erzielt mit einem Fernschuß das 1:0 für den Gastgeber. Rote Karten für Erben und den ebenfalls Ex-Fernwalder Marc Schilhabl. 16 Meter Freistoß von Sofinski rettet den Punkt in letzter Sekunde zum 1:1.
04.10.2011 | Gießener Anzieger | jg
Sofinski rettet schmeichelhaften Punkt
Einwechselspieler trifft per Freistoß in der Schlussminute - Ohne Völk und Ehser läuft beim FSV nicht viel zusammen
Von Daniel Seehuber STADTALLENDORF. „Wir haben alles probiert, aber spielerisch ist bei uns heute nur wenig zusammengelaufen“, resümierte Daniyel Bulut, Trainer des Hessenligisten FSV Fernwald, nach dem 1:1 beim Tabellen-13. Eintracht Stadtallendorf. In einer kampfbetonten Partie auf niedrigem Niveau war der seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagene Tabellenzweite lange Zeit auf der Verliererstraße, ehe der eingewechselte Michael Sofinski Sekunden vor dem Abpfiff zuschlug.
Auf Fernwälder Seite nahm Leistungsträger Sven Ehser wie erwartet zunächst auf der Bank Platz. Für den Mittelfeldspieler, der sich beim 2:1-Derbysieg gegen Waldgirmes am Sprunggelenk verletzt hatte, rückte Hueseyin Durur in die Startformation. „Vielleicht könnte er auch von Beginn an spielen, aber wir wollen kein Risiko eingehen - die Saison ist schließlich noch lang“, betonte Bulut vor dem Match. Ohne seine beiden Leistungsträger - neben Ehser fehlte auch der weiterhin verletzte Dominik Völk - konnte der FSV zu keinem Zeitpunkt sein in dieser Saison so starkes Kombinationsspiel zur Geltung bringen und war meist nur nach Einzelleistungen gefährlich.
Der Gastgeber zeigte nach zuletzt drei Niederlagen in Folge von Beginn an die nötige Einsatzbereitschaft. Insbesondere die in dieser Saison oft schwächelnde Stadtallendorfer Hintermannschaft wusste zu überzeugen, sod ass Fernwalds Sturmspitzen Ahmet Marankoz und Erdinc Solak über weite Strecken komplett abgemeldet waren. Und auch in der Offensive konnte das Team von Trainer Stefan Hassler zumindest vereinzelt Akzente setzen. Die erste Chance des Spiels hatte Claudius Weber, der nach einem Steilpass aus elf Metern an FSV-Schlussmann Sven Schmitt scheiterte (8.).
Die Gäste sorgten erst in der 16. Minute erstmals für Aufsehen - aber nicht wegen einer gelungenen Offensivaktion: Marankoz hatte Stadtallendorfs Dennis Lepper an der Mittellinie rüde zu Fall gebracht und war mit der gelben Karte noch gut bedient. Der in der Anfangsphase sehr agile Lepper musste daraufhin mehrere Minuten behandelt werden, was aber die couragierte Hassler-Elf nicht aus dem Konzept brachte: Weiterhin kämpfte sie verbissen um jeden Ball und wurde schließlich mit dem verdienten Führungstreffer belohnt: Mehr als 30 Meter vor dem Fernwälder Tor nahm Manuel Rasiejewski Maß, dessen Schuss unhaltbar im linken Eck einschlug (25.).
Wenig später sahen die rund 350 Zuschauer die erste zwingende Offensivaktion der Gäste: Kian Golafra spielte Marankoz mustergültig frei, doch dessen Flachschuss aus sieben Metern parierte Eintracht-Keeper Dusan Olujic mühelos (31.). Kurz vor der Pause hatte die Bulut-Elf gleich zweimal großes Glück: Erst drückte Schiedsrichter Ralf Orschulok nach einem weiteren Foul von Marankoz ein Auge zu (43.), dann scheiterte Lepper aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Schmitt im Fernwälder Tor (44.).
„Wir sind einfach nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben Stadtallendorf komplett die Initiative überlassen“, ärgerte sich Bulut zur Pause, dessen Team kurz nach Wiederanpfiff den nächsten Rückschlag hinnehmen musste: Daniel Erben wurde des Feldes verwiesen, nachdem er zuvor Stadtallendorfs Lepper zu Boden gestoßen hatte (53.). „Eine total dumme Aktion, der Ball war längst weg“, schimpfte Fernwalds Übungsleiter.
Doch wirklich Kapital wussten die Hausherren aus der Überzahl nicht zu schlagen. „Uns hat in der zweite Hälfte etwas die Kraft gefehlt“, gab Hassler zu, „trotzdem hatten wir weiterhin unsere Chancen und hätten die Partie eigentlich zu unseren Gunsten entscheiden müssen.“ Die beste Einschussmöglichkeit vergab Kevin Vidakovics, der nach einem Ballverlust von Fernwalds Michael Bodnar alleine auf Schmitt zulief, aber dann aus 13 Metern kapp am Tor vorbeischoss (73.). Kurz zuvor hatte Bulut mit Kevin Buycks, Michael Sofinski und dem angeschlagenen Ehser gleich drei neue Offensivkräfte gebracht, doch viel mehr lief im Fernwälder Spiel fortan nicht zusammen. Eine der wenigen Chancen aus dem Spiel heraus hatte Buycks, dessen Schuss aus 13 Metern haarscharf am Pfosten vorbeistrich (78.).
So bedurfte es einer Standardsituation, um mit einem Punktgewinn die Heimreise antreten zu können: Nachdem der enttäuschende Hueseyin Durur in der Schlussminute an der Strafraumgrenze gelegt worden war, drosch Michael Sofinski den fälligen Freistoß unhaltbar zum glücklichen Ausgleich in die Maschen.
Eintracht Stadtallendorf: Olujic - Vidakovics, Schramm, Schilhabl, Rasiejewski, Bloess (64. Celiksoy), Hodaj, Lepper (59. Atas), Weber, Czyrzewski (56. Besel), Haas.
FSV Fernwald: Schmitt - Bodnar, Schadeberg, Golafra, Buß (67. Ehser), Marankoz, Solak (67. Buycks), Schlecht, Durur, Erben, Simon (71. Sofinski).
Tore: 1:0 (23.) Rasiejewski, 1:1 (90.) Sofinski. - Schiedsrichter: Orschulok (Baunatal). - Gelb-rote Karte: Schilhabl (Stadtallendorf), wiederholtes Foulspiel (82.) - Rote Karte: Erben (Fernwald) wegen Tätlichkeit (53.). - Zuschauer: 350.
